Korsika steht ganz oben auf der Wunschliste. Ich war 1979, 1980 und 1983 schon dort und schwärme Angela immer von der Schönheit dieser Insel vor. Nun ist es soweit. Das wird wohl unser letzter Campingurlaub mit Zelt werden, denn im August erwarten wir ja die Auslieferung unseres Wohnmobils.
Mitte April habe ich die Fährüberfahrt gebucht (Hinfahrt am 17. Mai, Rückfahrt am 07. Juni). Uns erscheint als Abfahrtshafen der von Savona an der Italienischen Riviera als optimal. Das sind von uns aus ca. 800 km Fahrt und der Hafen ist von der Größe her überschaubar. Es handelt sich jeweils um Nachtfahrten, so sparen wir uns bei der An- und Rückreise eine Zwischenübernachtung. Wir haben zudem beschlossen, uns auf den Norden der Insel zu beschränken. Die Orte Saint Florent und Calvi kommen dafür als Standorte in Frage. Im Internet mache ich mich schon mal zu den Campingplätzen schlau. Ja, und dann geht es los.

[Quelle: google maps]
[Quelle: google maps]

Mi. 17.05.
Ich habe den Großteil unseres Campingkrams schon am Vortag ins Auto geladen, und so können wir um 6 Uhr in Richtung Savona aufbrechen. Super, ganz toll: Schon bei der Umfahrung von Nürnberg geraten wir in einen längeren Stau. Gut, dass wir sowas mit einberechnet haben. Es liegen zwar 814 km vor uns, aber die Fähre wird in Savona auch erst um 21 Uhr abends ablegen. Das Nervengerüst nimmt also keinen Schaden. Auch dann nicht, als wir beim Grenzübergang von Österreich in die Schweiz im Rheintal wegen eines Rückstaus von Lastwagen länger warten müssen. Wir fahren die ersten 560 km eine Strecke, die wir in und auswendig kennen. Es geht über Bregenz und Chur und durch den San Bernardino-Tunnel Richtung Lago Maggiore. Doch diesmal fahren wir nicht bei Bellinzona Süd von der schweizerischen A2 ab und dann Richtung Locarno an den See, sondern es geht geradeaus weiter, über Mailand und durch die Po-Ebene, dann durch die Berge des Ligurischen Apennin an die Italienische Riviera.
Um 16 Uhr kommen wir in Savona an. Schön, dass es im abgesperrten Hafengebiet eine Bar gibt, wo wir uns gemütlich im Schatten sitzend die Wartezeit vertreiben können. Um 18:30 Uhr können wir auf das Schiff, beziehen die gebuchte Luxus-Außenkabine und lassen uns dann im Spezialitätenrestaurant nieder, wo wir bei hervorragendem Service ein ausgezeichnetes Menü genießen. Pünktlich um 21 Uhr legt die „Mega Andrea“ in Richtung Bastia ab.

Rechts unsere Fähre, die "Mega Andrea", links die "Sardinia Regina", die uns drei Wochen später wieder nach Savona zurückbringen wird
Rechts unsere Fähre, die „Mega Andrea“, links die „Sardinia Regina“, die uns drei Wochen später wieder nach Savona zurückbringen wird
Unsere Kabine
Unsere Kabine
Meine Vorspeise unseres Drei-Gänge-Menüs
Meine Vorspeise unseres Drei-Gänge-Menüs
Auf geht' s
Auf geht‘ s

Do. 18.05.
Das Meer ist spiegelglatt, in unserer geräumigen Kabine haben wir eine sehr angenehme Überfahrt. Die Schiffe fahren bei diesen Nachtfahrten extra langsam, so dass wir morgens zu einer zivilen Zeit in Bastia ankommen: 6 Uhr. Raus aus dem Hafen und erstmal einen Grand Crème trinken; dazu gibt es ein typisch französisches Croissant. Ich hatte Angela darauf vorbereitet, dass die Korsen ein recht mürrisches Völkchen sind, und den Fremden auf nicht gerade nette Art gegenüber treten. Nun, was soll ich sagen … Der Barmann war extrem freundlich, und in den kommenden drei Wochen sollten wir mit zwei Ausnahmen immer sehr zuvorkommend behandelt werden. Sollte sich in den vergangenen 34 Jahren hier so viel geändert haben, oder hatten wir einfach nur Glück? Ich nehme mal an, dass der stetige wachsende Tourismus doch einiges bewirkt hat. Unsere Ankunft auf der Insel wird uns also auf eine sehr sympathische Art gestaltet.

Nun fahren wir über ein kurvenreiches Sträßchen an die Nordküste, wo wir uns den Ort Saint Florent als ersten Standort ausgewählt haben. Dort gibt es fünf Campingplätze, wovon wir nach intensivem Vergleich der Kommentare auf tripadvisor und holidaycheck den Camping d‘ Olzo als den sympathischsten und besten ausgewählt haben. Und wir werden nicht enttäuscht: Der Empfang durch die nette Tochter der italienischen Familie, der der Platz gehört, ist freundlich und formvollendet, und wir finden einen schönen Stellplatz für unser Zelt in dem schattenreichen Eukalyptuswäldchen, in dem sich der Platz befindet. Und das Schöne ist: Wenn man sich zu dieser Jahreszeit nach Korsika begibt, dann trifft man auf Campingplätze, die höchstens zu einem Fünftel voll sind, man findet in jedem Restaurant zu jeder Zeit noch viele freie Tische, die Straßen sind staufrei, etc., etc. … Ich gestehe es ja gerne, unsere Devise ist: Ach wie schön wäre Camping ohne die Camper. 🙂

Auch sonst finden wir, dass der Camping d‘ Olzo eine gute Wahl ist: Die Sanitäranlagen sind piccobello sauber, alles ist gut beschildert, die Besitzerfamilie kümmert sich vorbildlich. Und obwohl wir sonst nicht so die Pool-Menschen sind, genießen wir die Stunden nach einer Unternehmung gerne am schön gestalteten Pool-Bereich des Platzes. Der einzige Nachteil: der ca. 500 Meter entfernte Strand ist nicht besonders schön. Dafür kann man von dem aus schöne Sonnenuntergänge über dem Meer sehen.

Wir stellen unser Zelt auf und füllen es mit unserem umfangreichen Campingkram – wir sind ja schon die Luxuscamper: Kühlbox, elektrisches Licht, elektrische kleine WMF-Kaffeemaschine, Stühle, Liegen, Campinggrill und elektrische Kochplatte, Thermomatten mit echtem Bettzeug und natürlich immer zu viel Kleidung.
Dann entspannen wir von den Strapazen der Anreise bei einem Gläschen Wein. Wir sind happy, dass alles gut abgelaufen ist.

Unser Stellplatz auf dem Camping d' Olzo
Unser Stellplatz auf dem Camping d‘ Olzo

Nun wollen wir einen ersten Blick in den Ort Saint Florent werfen. Zu Fuß sind wir eine halbe Stunde unterwegs, zuerst am Strand entlang, dann über die Straße.

Auf dem Weg nach Saint Florent
Auf dem Weg nach Saint Florent

Saint Florent stellt sich als ein hübscher, sehr sympathischer Ort heraus. Pittoreske Häuser, nette Geschäfte, eine große Auswahl an Restaurants, schöne Lage. Im Restaurant „Tchin tchin chez Toinou“ isst Angela das erste der vielen Wildschwein-Gerichte, die sie während unseres Aufenthalts genießen wird. Korsika ist bekannt für seine Wildschweine und das, was die Korsen daraus machen.

aIMG_8807 Korsika 17 - Zugfahrt nach Ile Rousse

Fr. 19.05.
Wir lassen es heute ruhig angehen. Auch deshalb, weil wir den ersten der beiden Regenfälle während unseres dreiwöchigen Aufenthalts erleben. So sitzen wir am Vormittag für die kurze Zeit des Regens gemütlich im Zelt und lesen. Anschließend besuchen wir den „Spar“-Supermarkt – ja, den gibt es seit längerem auch in Frankreich – und kaufen typisch korsische Lebensmittel: den guten Wein aus dem Saint Florent benachbarten Anbaugebiet Patrimonio, Wildschweinsalami, Schafskäse, Patés. Dann verbringen wir einen geruhsamen Nachmittag am Zelt. Abends betrachten wir vom Strand aus einen richtig dramatischen Sonnenuntergang. Wolken werden wir dann für eine gute Weile nicht mehr sehen.

DSC08488 Korsika 17 - St. Laurent - Camping d' Olzo - Essen

DSC08496 Korsika 17 - St. Laurent - Camping d' Olzo - Essen

DSC08621 Korsika 17 - St. Laurent - Wasser

DSC08600 Korsika 17 - St. Laurent - Sonne - Wasser

Sa. 20.05.
Heute machen wir eine Rundfahrt durch das Nebbio. So nennt man die Gegend süd- und südwestlich von Saint Florent. Bei der Fahrt durch Saint Florent sehen wir, dass dort heute ein Antiquitätenmarkt stattfindet. Den will sich Angela natürlich nicht entgehen lassen. Also, hier lassen sich wirklich noch interessante und nicht zu teure Objekte finden … „ließen“ sich finden, möchte ich sagen, denn wir sind ja inzwischen „vernünftig“ geworden. 😉

Saint Florent - Antiquitätenmarkt
Saint Florent – Antiquitätenmarkt

Und dann schrauben wir uns durch die kurvigen und schmalen Sträßchen des Nebbio:

Oletta
Oletta
Im Nebbio
Im Nebbio

IMG_6196 Korsika 17 - Ausflug Nebbio - Blume

Toll, die frühromanische Kirche San Michele bei Murato. Sie stammt aus der Zeit der pisanischen Herrschaft über Korsika. So eine architektonische Lösung für einen Kirchturm haben wir vorher noch nie gesehen. Der Körper der Kirche mit dem Turm auf zwei Beinen sieht aus wie ein Tier. Die Steine bestehen abwechselnd aus grünem Schiefer und Kalk.

IMG_6226 Korsika 17 - Ausflug Nebbio - San Michele

Im Nebbio
Im Nebbio

Ackerland ist rar im bergigen Korskia. Da wird jede noch so kleine Fläche genutzt. 🙂

IMG_6247 Korsika 17 - Ausflug Nebbio - Pieve

Im Nebbio
Im Nebbio

Und nun zwei Fotos, die die negative Seite der Korsen zeigen. Sie sind ein sehr schießfreudiges Volk und sie benutzen ihr schöne Natur gerne als Müllkippe.

IMG_6266 Korsika 17 - Ausflug Nebbio

IMG_6269 Korsika 17 - Ausflug Nebbio

Auf den Straßen geht es oft sehr eng zu. Die Eselskarren von früher hatten keine Probleme, aneinander vorbei zu kommen:

IMG_6272 Korsika 17 - Ausflug Nebbio - BMW X3

Blick aus der Ferne auf Saint Florent
Blick aus der Ferne auf Saint Florent

Am späteren Nachmittag dann Entspannung am Pool des Campingplatzes und noch etwas später ein schöner Sonnenuntergang:

DSC08668 Korsika 17 - St. Laurent - Camping d' Olzo - Wasser

IMG_6374 Korsika 17 - St. Florent - Sonne

Mo. 22.05.
Heute wollen wir eine Wanderung entlang der Küste machen. Von Saint Florent aus geht es mit dem Schiff zum Lotu-Strand im Désert des Agriates, einer unbewohnten und ziemlich unwirtlichen Gegend.
In fünf Stunden laufen wir dann über einen wunderschönen, wenn auch teilweise recht beschwerlichen Wanderpfad entlang der Küste zurück nach Saint Florent.

Saint Florent
Saint Florent
Der Lotu-Strand
Der Lotu-Strand

IMG_6458 Korsika 17 - Wanderung Plage de Lotu nach St. Florent

IMG_6463 Korsika 17 - Wanderung Plage de Lotu nach St. Florent

IMG_6475 Korsika 17 - Wanderung Plage de Lotu nach St. Florent

IMG_6488 Korsika 17 - Wanderung Plage de Lotu nach St. Florent

IMG_6499 Korsika 17 - Wanderung Plage de Lotu nach St. Florent

IMG_6511 Korsika 17 - Wanderung Plage de Lotu nach St. Florent

Wir sehen wundervolle Strände, die nur per Schiff oder eben zu Fuß zu erreichen sind.

IMG_6520 Korsika 17 - Wanderung Plage de Lotu nach St. Florent - Wasser

Und wir durchwaten einen ins Meer mündenden Fluss.

IMG_6524 Korsika 17 - Wanderung Plage de Lotu nach St. Florent

IMG_6549 Korsika 17 - Wanderung Plage de Lotu nach St. Florent

Zurück in Saint Florent gönnen wir uns im Restaurant des Campingplatzes „Acqua Dolce“ ein Bier und ein wunderbar schmeckendes Steak Haché. So nett das Personal des Restaurants ist, so unsympathisch zeigt sich die mürrische Patronne des Platzes, als wir sie fragen, ob wir uns mal dort umschauen dürfen. Eine echte Korsin. 🙂 Über sie hatte ich schon bei tripadvior Entsprechendes gelesen.

Das haben wir uns jetzt verdient
Das haben wir uns jetzt verdient

Di. 23.05.
Den Vormittag verbringen wir in Saint Florent. Ich fotografiere von der Zitadelle aus die malerische Rückansicht des Ortes und wir versorgen uns in der Verkaufsstelle des Weinguts Lazzarini aus Patrimonio mit deren sehr gutem Rotwein.

Saint Florent
Saint Florent
Saint Florent
Saint Florent
Saint Florent - Millimeterarbeit
Saint Florent – Millimeterarbeit
Saint Florent - Dachlandschaft
Saint Florent – Dachlandschaft

Am Nachmittag reserviere ich uns per Internet ein Hotelzimmer für unsere ab morgen geplante Umrundung des Cap Corse und abends brät Angela Hühnchenfilets mit selbst gepflücktem Rosmarin.

IMG_6629 Korsika 17 - St. Florent - Camping d' Olzo - Essen

Mi. 24.05.
Nach dem Frühstück brechen wir zur Umrundung des Cap Corse auf. Das ist der Landstrich, der wie ein Finger im Nordosten Korsikas emporragt.

Cap Corse [Quelle: google maps]
Cap Corse [Quelle: google maps]

Unser Zelt bleibt stehen. Die Wegstrecke beträgt zwar nur um die 120 km aber die Straße hat unendlich viele Kurven. Da wir uns unterwegs in den Orten gerne ein bisschen umsehen wollen, haben wir beschlossen, im kleinen hübschen Örtchen Centuri Port im Hotel zu übernachten.
Immer wieder haben wir herrliche Ausblicke auf das türkisfarbene Meer.

IMG_6635 Korsika 17 - Umrundung Cap Corse

Unseren ersten längeren Stopp machen wir in Nonza.

Nonza
Nonza
Nonza
Nonza
Nonza - Platanen, für mich der Inbegriff des Südens
Nonza – Platanen, für mich der Inbegriff des Südens

Später bekommen wir im winzigen Ort Barrettali im Restaurant „U Mulinu“ einfaches aber leckeres Essen mit Aussicht.

Barrettali
Barrettali
Barrettali - Angela genehmigt sich eine korsische Platte
Barrettali – Angela genehmigt sich eine korsische Platte
Barrettali
Barrettali

Weiter geht es mit dem Gekurve …

IMG_6750 Korsika 17 - Umrundung Cap Corse

… bis wir um 16 Uhr unser Tagesziel erreichen. Centuri Port ist bekannt für seine Langustenfischer. Und so haben wir vor, am Abend in einem der zahlreichen Restaurants Languste zu essen. Aber zuerst beziehen wir unser Zimmer im Hotel „Le Vieux Moulin“. Wir sind positiv überrascht: So ein nettes Zimmer hatten wir für 60 Euro gar nicht erwartet. Vor allem gefällt uns auch der Blick von unserer Terrasse, und dazu gehört sogar ein Garten.

Hotel Le Vieux Moulin - Blick von unserer Terrasse
Hotel Le Vieux Moulin – Blick von unserer Terrasse
Hotel Le Vieux Moulin - im Garten
Hotel Le Vieux Moulin – im Garten

Der hübsche kleine Ort ist schnell besichtigt …

Centuri Port
Centuri Port

… und dann haben wir die Qual der Wahl bei der Suche nach einem Restaurant. Angesichts seiner geringen Größe gibt es in Centuri Port überraschend viele Restaurants, und von all denen wählen mit sicherer Hand das wahrscheinlich derzeit schlechteste aus. Der Service ist unterirdisch und von der riesigen und sehr teuren Meeresfrüchteplatte, die wir bestellen, schmeckt lediglich der Meeresfrüchtesalat gut. Die Aioli ist lasch, die Austern sind lauwarm, die Garnelen und Krabben schmecken irgendwie abgestanden, dasselbe gilt für die Languste. Sehr schade, dabei ist das „La Bella Vista“ laut tripadvisor das beste Restaurant im Ort. Ich kann mich leider nur den dort auch vorhandenen sehr negativen Kommentaren anschließen. Sehr gut war der Wein, und sehr schön ist die Aussicht, die dort geboten wird; immerhin ein kleiner Trost.

Restaurant
Restaurant „La Bella Vista“ – Aussicht
Restaurant
Restaurant „La Bella Vista“ – Aussicht
Restaurant
Restaurant „La Bella Vista“ – sieht leider besser aus als es schmeckt

Ein wunderschöner Abendhimmel versöhnt uns dann mit unserem Schicksal. 🙂

IMG_6913 Korsika 17 - Umrundung Cap Corse - Centuri Port - Sonne

Do. 25.05.
Nun geht es von der West- an die Ostküste des Cap Corse.

Unterwegs von der West- an die Ostküste des Cap Corse
Unterwegs von der West- an die Ostküste des Cap Corse

Die Ostküste ist nicht so steil und zerklüftet wie die Westküste, und somit ist die Straße hier auch nicht so kurvenreich.
In Macinaggio beobachten wir die Fischer, die von ihrem Fang zurückkehren.

Macinaggio - der Fang war wohl gut
Macinaggio – der Fang war wohl gut
Macinaggio
Macinaggio
Macinaggio
Macinaggio

In Porticciolo probieren wir in einem wunderschön gestalteten Verkaufsraum Olivenöl, Wein und Wurstwaren, die von Herstellern aus der Gegend stammen. Mit einem großen Karton voller Lebensmittel verlassen wir das Geschäft wieder. Am liebsten hätten wir es leergekauft. Interessant sind die eckigen Weinflaschen des Winzers Christian Mons Catoni, dem dieser Laden gehört. In diese Flaschen füllt er auch sein Olivenöl. Sein Weißwein schmeckt uns ausnehmend gut.

DSC08814 Korsika 17 - Cap Corse - Porticciolo

Unsere letzte Station vor der Rückkehr zum Campingplatz ist Erbalunga, wo wir auch ein spätes Mittagessen zu uns nehmen.

Erbalunga
Erbalunga
Erbalunga
Erbalunga

Fr. 26.05.
Heute ist mal wieder Leisure angesagt. Wir verbringen den Tag am Zelt und am Pool. Auf dem folgenden Foto ist eine der erwähnten eckigen Weinflaschen zu sehen.

DSC08824 Korsika 17 - Calvi - Camping d' Olzo

Sa. 27.05.
Bevor wir morgen unseren Standort weiter in den Westen verlagern, steht heute ein Besuch von Bastia auf dem Programm. Bastia ist die zweitgrößte Stadt Korsikas, und ich bin gespannt, wie sich der Ort seit meinem Besuch im Jahr 1980 verändert hat. Samstags ist dort Markt und den wollen wir natürlich nicht versäumen.

Unterwegs nach Bastia haben wir herrliche Ausblicke in die Landschaft des Nebbio und vom Col de Teghime aus auf die Ostküste südlich der Stadt.

Nebbio
Nebbio
Ostküste mit dem Etang de Biguglia
Ostküste mit dem Etang de Biguglia

Wir parken mitten in der Stadt im Parkhaus unter der Place Saint Nicolas und suchen als erstes den Markt auf.

Bastia - Place St. Nicolas mit dem Napoleon-Denkmal
Bastia – Place St. Nicolas mit dem Napoleon-Denkmal
Bastia - Markt
Bastia – Markt
Die Raffaela braucht gar nicht so gequält zu schauen, sie hat ein gutes Geschäft mit uns gemacht :-)
Die Raffaela braucht gar nicht so gequält zu schauen, sie hat ein gutes Geschäft mit uns gemacht 🙂

Wir lassen uns ein bisschen treiben und fühlen recht schnell ein Hungergefühl, das sich wohl aufgrund der appetitlich gestalteten Läden regt.

IMG_7172 Korsika 17 - Fahrt Bastia

Diesmal haben wir mehr Glück mit der Wahl unseres Restaurants als in Centuri Port. Wir werden im „Côté Marine“ am malerischen alten Hafen gut bedient, bekommen leckeres Essen und haben noch dazu einen schönen Blick auf die Altstadt unterhalb der Zitadelle.

IMG_7201 Korsika 17 - Fahrt Bastia

Dann spazieren wir um den alten Hafen und anschließend hoch zur Zitadelle.

Bastia - Vieux Port
Bastia – Vieux Port
Bastia - Vieux Port
Bastia – Vieux Port

Also, Bastia hat sich seit meinem letzten Besuch sehr verändert. Früher gab es viel weniger Restaurants und Geschäfte, alles ist hübscher geworden, viele Häuser wurden renoviert, aber es gibt auch noch die früher viel häufigeren Anzeichen von Armut, sichtbar auch am Äußeren von vielen Häusern.

Bastia
Bastia
Bastia
Bastia

Zurück am Campingplatz freuen wir uns auf Pizza. Gestern ist dort zum Saisonauftakt der Pizzabäcker eingetroffen, und so besuchen wir ihn an seinem Arbeitsplatz. Hmmm, Holzofenpizza! Wir bestellen zwei Stück und werden nicht enttäuscht. L e c k e r!!!

Pizza am Camping d' Olzo
Pizza am Camping d‘ Olzo
Pizza am Camping d' Olzo
Pizza am Camping d‘ Olzo

So. 28.05.
So, Umzugstag ist’s. Also, den Campingplatz d‘ Olzo kann ich wirklich empfehlen. Beim Bezahlen erzählen mir die Tochter und der Vater dann noch, dass sie früher selbst häufig Gäste auf Campingplätzen waren. Das merkt man: Hier wird sich genau um das gekümmert, was einem Camper normalerweise wichtig ist: Sauberkeit der Sanitäranlagen, Gepflegtheit des gesamten Platzes und Freundlichkeit der Besitzer und des Personals. Super!

Wir fahren dann durch den Désert de l‘ Agriate und über Ile Rousse nach Calvi. Auch hier hatte ich mir einen Campingplatz ausgeguckt, den Camping „La Pinède“. Das ist auch der Platz, von dem aus ich 1983 zu meiner Wanderung auf dem GR20 aufgebrochen bin. Er hat ganz schön aufgerüstet, hat sich vom Ein-Sterne- zum Vier-Sterne-Platz entwickelt.

Auf dem Weg nach Calvi - Désert des Agriates
Auf dem Weg nach Calvi – Désert des Agriates
Auf dem Weg nach Calvi - Blick auf Ile Rousse
Auf dem Weg nach Calvi – Blick auf Ile Rousse

Wir kommen um 1 Uhr mittags auf dem Campingplatz an und haben großes Glück: Wir bekommen den Stellplatz mit dem meisten Schatten, die Vorbesitzer haben ihn gerade erst verlassen. Und noch dazu ist er richtig schön: ein Plätzchen für das Auto, einer für das Zelt und wir haben einen wunderschönen Blick auf die üppige Natur. Wir sind happy.

Campingplatz "La Pinède"
Campingplatz „La Pinède“

So, dann wieder Zelt aufstellen und alles wieder reinräumen. Wir freuen uns sehr auf unser Wohnmobil, wo diese lästigen Arbeiten dann stark reduziert sind.

Spätnachmittags laufen wir über einen schönen Holzsteg entlang der Küste ins Zentrum von Calvi.

Calvi
Calvi

Calvi war auch 1983 schon sehr vom Tourismus geprägt. Der Ort hat sich seitdem ausgedehnt, die Innenstadt wurde verschönert. Uns gefällt es hier. Wir lassen uns in einem Restaurant am Yachthafen einen Tisch in der ersten Reihe reservieren und hängen in einem der vielen Cafés mit schönem Blick auf die Luxusschiffe bei einem Aperol Spritz ab.
Später bekommen wir im Restaurant „Ile de Beauté“ ein gutes Essen. Kann man empfehlen.

Restaurant "Ile de Beauté"
Restaurant „Ile de Beauté“
Calvi
Calvi
Calvi
Calvi

Mo. 29.05.
Wir gehen den Tag langsam an. Wir machen einen Rundgang über den Campingplatz und stellen fest, dass wir wirklich den besten Stellplatz erwischt haben. Sehr schön schattig, und das können wir brauchen, denn die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel und die Temperatur nähert sich den 30 Grad.

Mittags brechen wir zu einer Fahrt durch die Balagne auf, die Region im Hinterland von Calvi und Ile Rousse. Unser erstes Ziel ist der Ort Calenzana, der Ausgangspunkt des Wanderwegs GR20, der über 180 km quer durch die Insel nach Süden führt, auf zwischen 1.500 und 2.000 Meter Höhe. Ich bin heute noch sehr stolz darauf, dass ich den 1983 alleine gegangen bin, mit spärlicher Ausrüstung – Tramperrucksack, schlechten Wanderschuhen, Schlafsack, kein Zelt, Schlafen in der freien Natur bei Hitze und Regen und mit sehr wenig Geld. Zum Schluss des Wegs bestand ich nur noch aus Haut und Muskeln, von Fett keine Spur. 🙂 Ein Foto zeigt mich nach etwas mehr als der Hälfte des Weges (ein frühes Selfie):

1983 - unterwegs auf dem GR20
1983 – unterwegs auf dem GR20

Ich erinnere mich auch heute noch immer wieder gerne an dieses größte Abenteuer meines Lebens. 🙂

Die Kirche Sainte Restitude bei Calenzana
Die Kirche Sainte Restitude bei Calenzana
Olivenbaum-Persönlichkeiten
Olivenbaum-Persönlichkeiten
Und die Sträßchen in der Balagne sind ... eben Sträßchen
Und die Sträßchen in der Balagne sind … eben Sträßchen
Blick in Richtung des Golfs von Calvi
Blick in Richtung des Golfs von Calvi

Di. 30.05.
Heute mache ich mich in aller Frühe alleine zu einer Foto-Safari ins Zentrum von Calvi auf. Ich muss allerdings gestehen, dass nichts Besonderes dabei herauskommt. Leider ist Angela nicht dabei, als ich zwecks Grand Crème (Milchkaffee) und einem Croissant in einem Café von einem äußerst mürrischen Menschen bedient werde. Er ist so mürrisch, dass ich von ihm kein einziges Wort höre; ich bekomme nur sein griesgrämiges Gesicht zu sehen. So wird Angela nach drei Wochen nach Hause zurückkehren und die Korsen für ein überaus nettes Volk halten. Na, vielleicht sind sie es inzwischen ja auch. Klar jedoch, dass ich diesem miesen Exemplar keinen einzigen Cent als Trinkgeld zurücklasse.
Ich gehe hoch in die Zitadelle, die den Ort überragt, und sehe von dort, wie stark sich der Ort in der Zwischenzeit ausgebreitet hat. Dort, wo ich 1983 nach Ankunft der Fähre die Nacht an der Felsenküste verbracht habe, stehen heute Hotels. An denen gehe ich später vorbei und schaue von dort auf die Zitadelle. Auf dem folgenden Foto sieht man auch das Segelschiff „Royal Clipper“, das mit 134 Meter Länge größte Segelschiff der Welt (Baujahr 2000).

Calvi - Zitadelle
Calvi – Zitadelle

Ein paar Pflänzchen kann ich noch ablichten, ansonsten jedoch ist die Ausbeute meiner Foto-Safari mager:

DSC09481 Korsika 17 - Calvi - Blume

DSC09050 Korsika 17 - Calvi - Blume

Nachdem mein erstes Frühstück dieses Tages wegen der mürrischen Bedienung als misslungen bezeichnet werden kann, gönne ich mir noch ein zweites. 🙂

DSC09038 Korsika 17 - Calvi - Restaurant

Auf dem Rückweg reserviere ich uns für Freitag zwei Tickets für eine Bootsfahrt die Küste entlang Richtung Süden bis nach Ajaccio.

Immer wieder malerisch: Der Blick in Richtung der Zitadelle von Calvi:

IMG_7825 Korsika 17 - Calvi

Und abends gibt es Hähnchenfilets:

DSC09099 Korsika 17 - Calvi - Camping La Pinède

Mi. 31.05.
Heute wollen wir ins Tal des Fango fahren, und dann noch ein Stück weiter in den kleinen Ort Galéria. Und wieder lernen wir die Landschaft Nordkorsikas etwas besser kennen.

Südlich von Calvi
Südlich von Calvi
Im Tal des Fango
Im Tal des Fango
Im Tal des Fango
Im Tal des Fango

In Galéria treffen wir auf „Seekühe“ und bekommen im von jungen Leuten liebevoll gestalteten Restaurant „La Cabane du Pêcheur“ ein gutes Mittagessen serviert. Auch der Ausblick ist phänomenal.

"Seekühe" am Strand von Galéria
„Seekühe“ am Strand von Galéria
Galéria - Restaurant "Cabane du Pêcheur"
Galéria – Restaurant „Cabane du Pêcheur“

Wir fahren über die Küstenstraße zurück nach Calvi. Ein kleines Abenteuer: Die Straße ist in sehr schlechtem Zustand, sehr eng, kurvenreich, aber wir bekommen eine fantastische und menschenleere Landschaft zu sehen.

Das verfallene Gebäude einer ehemaligen Silbermine
Das verfallene Gebäude einer ehemaligen Silbermine

IMG_7945 Korsika 17 - zw. Galéria und Calvi - BMW X3

IMG_7962 Korsika 17 - zw. Galéria und Calvi

Do. 01.06.
Heute lassen wir es wieder langsam angehen. Angela möchte sich den Markt ansehen, der jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat in Calvi stattfindet, und auch sie möchte sich mal oben in der Zitadelle umsehen. Nun, der Besuch des Marktes – 90 % Stände mit billigster Kleidung – lohnt sich nicht wirklich, aber die Zitadelle ist für mich auch einen zweiten Besuch wert. Dort oben befindet sich quasi ein kleines Dorf, das immer noch bewohnt ist. Man genießt von hier einen schönen Blick auf die darunter liegende Stadt.

Calvi - Blick von der Zitadelle
Calvi – Blick von der Zitadelle

Fr. 02.06.
Unsere Bootsfahrt nach Ajaccio steht auf dem Programm. Ursprünglich hatten wir geplant, mit dem Auto bis nach Porto zu fahren und dort eine Nacht im Hotel zu verbringen. Ich wollte Angela die fantastische Schönheit der „Calanches de Piana“ zeigen, die ich 1980 zu Fuß durchquert hatte. Da wir aber festgestellt haben, dass zwei Mal die Woche ein Bootsausflug die Westküste entlang bis hinunter in die korsische Hauptstadt Ajaccio angeboten wird, haben wir uns für diese Option entschieden. Das erspart uns das Gekurve, und wir bekommen die Küste vom Meer aus zu sehen. Was wir gar nicht auf dem Schirm haben, ist, dass wir auf diese Weise auch das Naturreservat „La Scandola“ zu sehen bekommen. Und das stellt sich als ein echter Höhepunkt unserer Korsikareise heraus.

Um 9 Uhr legt unser Schiff, die „Cristal“, im Hafen von Calvi ab.

Unser Schiff, die "Cristal"
Unser Schiff, die „Cristal“

Als wir das Naturreservat „La Scandola“ erreichen, trauen wir unseren Augen nicht: So eine Schönheit der Natur haben wir nicht erwartet. Wir sind fasziniert und tief ergriffen (kommt bei mir eher selten vor). Der Wasserstrahlantrieb der Cristal erlaubt es dem Kapitän, ganz nah an diese wundervollen Fels-Formationen vulkanischen Ursprungs heranzufahren (da das Schiff keine Schraube hat, kann es auch im seichten Wasser fahren und ist extrem wendig). Fast können wir das Gestein mit den Händen berühren. „La Scandola“ ist nach der Gebirgsbildung durch Vulkanausbrüche entstanden. Auf einem der folgenden Fotos sind gleichmäßig geformte Basaltsäulen zu erkennen, wie man sie zum Beispiel vom Giant’s Causeway in Irland her kennt.

La Scandola
La Scandola
La Scandola
La Scandola
La Scandola
La Scandola
La Scandola
La Scandola
La Scandola
La Scandola
La Scandola
La Scandola
La Scandola
La Scandola

Weiter geht es durch den Golf von Porto …

Golf von Porto
Golf von Porto

… zu den „Calanches de Piana“, wo wir das Glück haben, einen Fischadler in seinem Nest zu sehen. Ansonsten bin ich hier ein bisschen enttäuscht. Auf der Straße durch dieses Gebiet wirkt die Felslandschaft viel beeindruckender als vom Boot aus. Vom Meer aus sind die bizarren Formationen aus rotem Porphyr nicht sehr gut zu sehen.

Calanches de Piana - Fischadler
Calanches de Piana – Fischadler
Calanches de Piana
Calanches de Piana
Calanches de Piana
Calanches de Piana

Nun fahren wir in schnellem Tempo – der Wasserstrahlantrieb in Verbindung mit zwei je 1.800 PS starken Motoren macht die „Cristal“ enorm schnell (Höchstgeschwindigkeit 32 Knoten) – vorbei an den Sanguinaires-Inseln nach Ajaccio.

Flotte Fahrt auf der "Cristal"
Flotte Fahrt auf der „Cristal“

Um kurz vor 12 Uhr gehen wir im Hafen von Ajaccio an Land und haben so noch Gelegenheit, den sehr schönen Markt zu besuchen.

Ajaccio - Markt
Ajaccio – Markt
Ajaccio - Markt
Ajaccio – Markt

Nachdem sich nun der Hunger bemerkbar macht, suchen wir ein Restaurant und landen dabei im sehr sympathischen „Le Bosco“. Es zeigt sich, dass wir bei der Wahl ein gutes Händchen haben: Tolles Essen, nette Bedienung, schönes Ambiente. Da gönne ich mir doch gerne noch einen Nachtisch: Mal wieder einen „Café Gourmand“.

Ein "Café Gourmand" im Restaurant "Le Bosco"
Ein „Café Gourmand“ im Restaurant „Le Bosco“

Anschließend schauen wir uns noch ein bisschen in der Stadt um. Wir sind uns einig: Bastia gefällt uns besser. Die vielen modernen Gebäude Ajaccios sind einem schönen Ambiente nicht gerade förderlich. Aber auch Ajaccio ist natürlich einen Ausflug wert.

Ajaccio
Ajaccio
Ajaccio
Ajaccio
Ajaccio
Ajaccio
Ajaccio
Ajaccio
Ajaccio
Ajaccio
Ajaccio
Ajaccio

Um 15 Uhr machen wir uns auf die Heimfahrt.

Zurück in Calvi
Zurück in Calvi

Wir sind sehr zufrieden mit diesem Ausflug. Wir haben eine wundervolle Landschaft gesehen und quasi im Vorübergehen auch noch einen Blick auf die korsische Hauptstadt werfen können. Die 90 Euro pro Person für das Ticket waren gut angelegtes Geld.

Sa. 03.06.
Leisure ist angesagt. Wir gehen nach dem Frühstück an den Strand, der sich links und rechts unseres Campingplatzes kilometerweit erstreckt. Wir sammeln angeschwemmte Holzstückchen, die Angela zu Hause auf verschiedene Art verwenden möchte. Hat was Meditatives, diese Suche. 🙂

Wunderbar sind auch die Farben der Kiesel. Sie zeugen von der Vielfalt der Gesteine, aus denen die korsischen Berge bestehen:

IMG_8623 Korsika 17 - Calvi - Wasser

Und dann immer wieder dieser herrliche Blick auf die Altstadt von Calvi. Den werde ich zu Hause mit Sicherheit vermissen:

Blick auf die Altstadt von Calvi - im Vordergrund das Gleis der Bahn nach Ile Rousse
Blick auf die Altstadt von Calvi – im Vordergrund das Gleis der Bahn nach Ile Rousse

In einer der vielen Strandbars lassen wir uns ein Glas Weißwein schmecken …

DSC09255 Korsika 17 - Calvi

… bevor wir uns für das Mittagessen ans Zelt zurückziehen.

Am späteren Nachmittag gehen wir an den Strand und baden im Meer, das immerhin so warm ist, dass auch Angela nicht widerstehen kann.

Abends genießen wir leckeres Omelett mit Schafskäse.

DSC09287 Korsika 17 - Calvi - Camping La Pinède - Essen

Und dann versuche ich noch, die Abendstimmung am Strand einzufangen:

DSC09322 Korsika 17 - Calvi - Sonne

So. 04.06.
Heute machen wir einen Ausflug in das Figarella-Tal im Wald von Bonifato, ca. 30 km südlich von Calvi. Herrlich lauschig ist es hier, und gibt es etwas Schöneres als dem Plätschern eines Gebirgsbaches zuzuhören?

Im Figarella-Tal
Im Figarella-Tal
Im Figarella-Tal
Im Figarella-Tal
Im Figarella-Tal
Im Figarella-Tal
Im Figarella-Tal
Im Figarella-Tal
Im Figarella-Tal
Im Figarella-Tal

Mittagessen gibt es in der „Auberge de la Forêt“. Wir haben schon mal besser gespeist, aber das Ambiente ist sehr, sehr schön. 🙂

Restaurant "Auberge de la Forêt"
Restaurant „Auberge de la Forêt“

Mo. 05.06.
Wir fahren mit dem kleinen Zug die 30 km bis nach Ile Rousse. Ile Rousse ist inzwischen ein Ort, der in seinem touristischen Anspruch Calvi kaum nachsteht. Ich hatte hier zum Ende meiner ersten Korsikareise 1979 vier Tage in den Felsen der vorgelagerten Halbinsel gehaust. Mei, wie hat sich dieser Ort in der Zwischenzeit „breit gemacht“! Heute haben wir etwas Pech mit dem Wetter. Aber wir können uns wahrlich nicht beklagen: Erst zum zweiten Mal Regen innerhalb von drei Wochen.

Die Bahnfahrt alleine ist den Ausflug wert. Es geht nahe der Küste entlang, schade nur, dass die Wolken das strahlende Türkis des Wassers verhindern.

DSC09416 Korsika 17 - Zugfahrt nach Ile Rousse

Ile Rousse - Bahnhof
Ile Rousse – Bahnhof
Ile Rousse
Ile Rousse
Ile Rousse - Markthalle
Ile Rousse – Markthalle
Ile Rousse - Maßanfertigung
Ile Rousse – Maßanfertigung

Ein Highlight: Im Restaurant „L’Escale“ bekommen wir das beste Essen unseres dreiwöchigen Aufenthalts auf Korsika. Da kann uns dann auch der kurz darauf einsetzende Platzregen die Petersilie nicht verhageln. Leider verhindert der jedoch unsere kleine Wanderung zu den roten Felsen der Halbinsel. Ich hätte Angela zu gerne gezeigt, wo ich damals in den Felsen meine Nächte verbracht habe.

Di. 06.06.
Unser letzter ganzer Tag auf Korsika. Wir fahren am Vormittag ein letztes Mal nach Calvi hinein. Gehen noch ein bisschen shoppen und gehen noch mal essen. Leider stellt sich das Restaurant „Chez Doumé“ als eine Touristenfalle heraus …

Links das Restaurant "Chez Doumé"
Links das Restaurant „Chez Doumé“

… aber ich bekomme hier im Rahmen meines Menüs eine „Cigale de Mer“. Ich hatte vorher keine Ahnung, um was für ein Getier es sich dabei handeln könnte. R i s i k o!!! „Cigale“ heißt übersetzt: „Zikade“ oder „Grille“. Also „Meeresgrille“???

Hier, so sieht das Teil aus:

Cigale de Mer
Cigale de Mer

Und die korrekte Entsprechung im Deutschen lautet: „Bärenkrebs“. Ja, war ganz okay, aber nicht wirklich sättigend.

Und dann ein letzter Blick auf das uns sehr sympathische Calvi; aber im Sommer ist hier der Teufel los, da würde ich den Ort eher meiden.

Calvi
Calvi

Mi. 07.06.
Heute Abend um 20 Uhr wird die Fähre „Sardinia Regina“ in Bastia ablegen und uns nach Savona zurückbringen. Wir haben also genügend Zeit und gehen den Tag dementsprechend locker an. Die Rechnung für den Campingplatz habe ich schon gestern Abend bezahlt. 300 Euro für die zehn Tage. Der Campingplatz d’Olzo in Saint Florent hat für den gleichen Zeitraum 160 Euro gekostet.

Wir packen unsere Sachen ins Auto und legen dann entspannt die 110 km nach Bastia zurück. Zwischendurch mache ich noch ein paar Aufnahmen vom durch heftigen Wind aufgepeitschten Meer. Fantastisch, diese Farbenpracht.

Algajola
Algajola
Ile Rousse
Ile Rousse

Wir kommen mittags in Bastia an und finden einen Parkplatz im Hafenbereich. Nun haben wir Zeit bis um ca. 18 Uhr. Wir schlendern durch die Stadt, besuchen das frisch renovierte Stammhaus der Firma Mattei, deren Gründer den auf Korsika sehr beliebten Aperitif „Cap Corse“ erfunden hat.

Bastia - Sitz der Firma Mattei
Bastia – Sitz der Firma Mattei

Später bekommen wir im „Wha-Café“ ein richtig gutes Essen – Angela isst zum letzten Mal eine korsische Platte, die bisher beste, wie sie meint.

DSC09835 Korsika 17 - Bastia - Restaurant

Dann ist die „Sardinia Regina“ einsteigebereit und wir können unsere diesmal ziemlich winzige Innenkabine beziehen. Die Außenkabinen waren bei meiner Buchung schon vergeben, das Schiff ist relativ klein.

Die "Sardinia Regina" im Hafen von Bastia
Die „Sardinia Regina“ im Hafen von Bastia

Pünktlich um 20 Uhr legt die Fähre ab. Das Schiff fährt langsam, es ist schön, sich somit auch langsam von Korsika verabschieden zu können. Wir haben die Zeit auf dieser wunderschönen Insel sehr genossen.

DSC09970 Korsika 17 - Rückfahrt Bastia - Savona auf Sardinia Regina

Im Gegensatz zu all den kulinarischen Highlights auf Korsika gestaltet sich unser Abendessen junkmäßig, aber lebensfreudig: „C’est beau la vie“ – „Das Leben ist schön“ 🙂

DSC09979 Korsika 17 - Rückfahrt Bastia - Savona auf Sardinia Regina

2 thoughts on “Korsika – 17.05.-08.06.2017

  1. Seufz… wie immer wunderschön… Man merkt, dass Ihr eine tolle Zeit hattet. Die Bilder erinnern mich natürlich sehr stark an mein geliebtes Sardinien. 🙂 Beim Anblick der korsischen Platte bekomme ich natürlich gleich Hunger. 😉 Und ein Bärenkrebs ist ein sehr schönes Tier, auf dem TEller hätte ich ihn aber nicht als solchen erkannt.

    Vielen Dank, dass Du uns mal wieder an Euren Erlebnissen teilhaben läßt.

    LG Andrea

    1. Danke, Andrea. Ich freue mich, dass dir der Bericht gefällt. Du hast uns ja in unseren Schiffsnamen „begleitet“: „Mega Andrea“ und „Sardinia Regina“. Da habe ich echt an dich gedacht.

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