Venedig im Winter, das wäre doch mal was! Keine Menschenschlangen vor den Toren von San Marco und dem Dogenpalast, wenige Touristen, und vielleicht doch ein bisschen Sonne? Das machen wir.

Hinflug ab Frankfurt am 08. Januar und Rückflug am 11. Um nicht in Anreisestress zu kommen, beschließen wir, schon am 07., einem Montag, mit dem Auto nach Frankfurt zu fahren. Das Hotel „Hilton Frankfurt Airport“ bietet eine Übernachtung und acht Tage Parken in der hoteleigenen Garage, und dann nur über den Steg und wir sind im Flughafen. Finden wir ideal und so geht es am Montag dorthin.

Montag
Es ist wirklich einfach: Wir fahren in diesem futuristischen Gebäude „The Squaire“ in die Hotelgarage des Hilton, nehmen den Aufzug und stehen direkt vor der Rezeption. Der Zufall beschert uns ein Zimmer mit grandioser Aussicht (okay, natürlich nur in Anbetracht dessen, wo man sich hier befindet). Wir schauen direkt auf die Skyline von Frankfurt, auf die Autobahn und auf die ICE-Strecke. Obwohl die Flugzeuge höchstens 200 Meter über uns einschweben, hören wir dank der guten Schallisolierung keinen Ton.
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Das Zimmer ist sehr stylisch, das Gebäude „The Squaire“, in dem sich das Hotel befindet, wollten wir schon immer mal auch von innen sehen …

"The Squaire"

„The Squaire“


… ein toller Beginn unseres Kurztrips nach Venedig.

Dienstag
Und heute: Unser erster Flug mit Ryanair. Da hatte ich so meine Bedenken. Hatte mich vorher auch eingehend mit den Fallstricken beschäftigt, die uns hier erwarten könnten. Ich hatte nochmal ein paar Euro online investiert für Sitzplatz-Reservierung und „Priority Boarding“. So waren wir sicher, nebeneinander sitzen zu können, und wir konnten unseren Trolley mit an Bord nehmen. Es gibt nichts wirklich Negatives zu berichten. Man bringt uns sicher zum Flughafen von Treviso. Das ist natürlich nicht der Flughafen „Venedig Marco Polo“, von dem wir bei unserer ersten Flugreise nach Venedig so toll über das Wasser nach Venedig hineingerauscht waren. Vom Flughafen Treviso fahren wir mit einem Direktbus nach Venedig zum Piazzale Roma. Dort löse ich das per Internet bestellte Drei-Tages-Ticket für die Vaporetti an einem Automaten ein, und schon geht es mit dem Vaporetto der Linie 2 zum Markusplatz.
Dann wird es etwas schwierig. Unser Hotel ist nicht fern, aber es in dem Gassengewirr dann auch zu finden, stellt sich als die schwerste Aufgabe der Anreise dar (Google.maps ist hier nämlich keine große Hilfe). Sie gelingt uns schließlich, und wir werden im Hotel „Ca‘ dei Conti“ sehr nett empfangen.
Wir haben ein Superior-Zimmer gebucht. Dieses befindet sich in einem angrenzenden Haus, ist stilvoll eingerichtet, schön groß, und was das Beste ist: Wir haben einen schönen Blick auf einen Kanal:

Zimmer im Hotel "Ca' dei Conti"

Zimmer im Hotel „Ca‘ dei Conti“


Blick aus dem Fenster

Blick aus dem Fenster


Ein bisschen regenerieren, den bereitgestellten Prosecco trinken, die Rezeption nach einem Restaurant fragen, das sie empfehlen können, eine genaue Wegbeschreibung bekommen („links, links, rechts, geradeaus über drei Brücken, rechts, links, am Platz die zweite Straße rechts) und los geht es zum Abendessen.
Unterwegs sehen wir schon eines dieser Geschäfte, für die wir Venedig so lieben.
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Nun ja, das Restaurant ist nicht der Hit. Schwamm drüber, immerhin hat sonst alles geklappt an diesem Anreisetag. Auch finden wir wieder ins Hotel zurück; wenn man nicht gerade in einem Hotel an sehr markanter Stelle wohnt, hat man es in Venedig – zumindest am Anfang – nicht leicht. 😉
Wir gönnen uns noch ein Bad in unserer Whirlwanne.
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Mittwoch
Am Morgen erwartet uns Nebel. Und der wird sich auch den ganzen Tag über nicht lichten.
Im Folgenden vorab schon mal die berühmtesten Bauwerke der Stadt in nebliger Atmosphäre:

Campanile von San Marco

Campanile von San Marco


San Marco

San Marco


Markusplatz

Markusplatz


Dogenpalast

Dogenpalast


Nach einem Frühstück, das nichts zu wünschen übrig lässt, wollen wir die zwei Sehenswürdigkeiten besuchen, die wir uns für diesen Trip als ein Muss vorgenommen haben. Bei unserem ersten gemeinsamen Besuch der Stadt waren uns die Schlangen vor diesen Gebäuden einfach zu lang gewesen.
Zuerst geht es in die Kirche San Marco. Wie schön: Zwar sind in der Stadt doch unerwartet viele Touristen unterwegs, aber sowohl hier als auch etwas später am Dogenpalast gibt es keine Warterei am Eingang. Also, nix wie rein und gucken und …. staunen. Was für ein Schatzkästlein ist doch diese Kirche. Drinnen darf man leider nicht fotografieren, aber draußen am Eingang darf man:
Der Eingangsbereich von San Marco - welche andere Kirche wäre nicht froh, solche Schätze innen präsentieren zu können?!

Der Eingangsbereich von San Marco – welche andere Kirche wäre nicht froh, solche Schätze innen präsentieren zu können?!


Wir sind höchst beeindruckt. Und warum nicht gleich noch einen drauflegen? Wir gehen um die Ecke, zahlen 20 Euro pro Person für den Eintritt in den Dogenpalast. Wenigstens darf man hier für sein Geld auch fotografieren. Alles „mächtig prächtig“, wie ich immer zu sagen pflege. Ein Saal beeindruckender als der andere. Wenn man sich mal überlegt, wieviel Geld hier in die Gestaltung der vielen Säle geflossen ist … Ich möchte als Beispiel nur ein Foto des Großen Ratssaals bringen. Das ist einer der größten Säle, die im Europa der damaligen Zeit geschaffen wurden, 53 x 25 Meter, und wie prunkvoll:
Dogenpalast - Großer Ratssaal

Dogenpalast – Großer Ratssaal


Im Museum des Dogenpalastes sieht man unter anderem Kapitelle von Säulen einer früheren Version dieses Gebäudes. Schaut euch mal die feine Gestaltung dieser Kapitelle an. Die befanden sich ja doch einige Meter über den Menschen. Eigentlich für normale Augen kaum zu sehen:
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Hier einer der Dogen von Venedig. Welche Autorität – welches Machtbewusstsein!
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Die typische Dogen-Kopfbedeckung sieht aus unserer modernen Sicht natürlich eher witzig aus. :-)
Dann gehen wir noch über die „Seufzerbrücke“ zu den Gefängnissen, wo ja auch Giacomo Casanova einige Zeit verbracht hat. War nicht schön, dort eine „Auszeit“ verbüßen zu müssen:
Eine Gefängniszelle

Eine Gefängniszelle


Auch der Innenhof des Dogenpalastes ist kunstvoll gestaltet:
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Es ist uns kalt und wir wärmen uns in einer Bar auf, in der wir uns als die einzigen Touristen wiederfinden. Anders als gestern Abend im Restaurant treffen wir hier auf eine Atmosphäre, in der wir uns so richtig wohl fühlen. Eigentlich wollten wir nur ein Glas Wein trinken, doch die Pasta auf dem Nachbartisch sieht so appetitlich aus, dass ich einfach nicht „nein“ sagen kann:
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Der Espresso, den ich zum Abschluss bestelle, hat normale Größe; der Grappa hingegen … der würde in Deutschland wohl als „Vierfacher“ bezeichnet werden. Und der ist so herrlich weich!!!
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Dann besuchen wir noch „Santa Maria Gloriosa dei Frari“, eine der bedeutendsten gotischen Kirchen Venedigs, ausgestattet mit vielen Kunstwerken, unter anderem dem Grabmonument des Malers Tizian. Hier gefällt uns ganz besonders das meisterhaft ausgearbeitete Chorgestühl:
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Auf dem Weg zurück zum Hotel lassen wir uns durch die verwinkelten Gassen treiben …
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… betrachten den Bootsverkehr auf dem Canal Grande …
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… und die interessanten Auslagen der Geschäfte:
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Im nächsten Karneval gehe ich als Violine

Im nächsten Karneval gehe ich als Violine


Lakritz - besonders in dieser Größe - kann ich einfach nicht widerstehen

Lakritz – besonders in dieser Größe – kann ich einfach nicht widerstehen

Auch gegen Abend herrscht noch Nebel über der Stadt:
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Heute essen wir gut und ohne viel Schnickschnack in einem netten Restaurant. Das Schöne beim Reisen in der Winterzeit ist, dass man auch wirklich in jedem Restaurant einen freien Tisch findet. Die empfehlenswerte „Antica Osteria Ai Tre Lioni“ hatten wir für uns allein:
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Donnerstag
Nachdem sich gestern der Nebel den ganzen Tag über nicht gelichtet hat, gibt es heute Sonne satt. Den Tag wollen wir nutzen, um die Stadt und die umgebenden Inseln per Vaporetto zu erkunden. Bei unserem ersten gemeinsamen Besuch Venedigs haben wir den Campanile von San Marco per Aufzug „bestiegen“, heute wollen wir uns die Inselwelt vom Turm der Kirche San Giorgio Maggiore aus ansehen. Dorthin ist es nur eine kurze Fahrt per Schiff.
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Der Blick von oben ist phänomenal:

Im Hintergrund sieht man die Alpen

Im Hintergrund sieht man die Alpen


Unten das Kloster von San Giorgio Maggiore, rechts die Insel Giudecca

Unten das Kloster von San Giorgio Maggiore, rechts die Insel Giudecca


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Das große Gebäude auf der Insel Giudecca ist die ehemalige Molino Stucky, in dem sich heute das Hilton befindet. Ganz im Hintergrund im Dunst das Industriegebiet von Mestre

Das große Gebäude auf der Insel Giudecca ist die ehemalige Molino Stucky, in dem sich heute das Hilton befindet. Ganz im Hintergrund im Dunst das Industriegebiet von Mestre


Anschließend fahren wir auf die Insel Giudecca …
Kanal auf Giudecca

Kanal auf Giudecca


Hier nagt der Zahn der Zeit in Form von Salzwasser während der Flut

Hier nagt der Zahn der Zeit in Form von Salzwasser während der Flut


… und dann geht es auf die nördliche Seite von Venedig …
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… und von dort – vorbei an der Friedhofsinsel San Michele – …
San Michele

San Michele


… auf die für ihre Glaskunst berühmte Insel Murano:
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Später fahren wir zurück nach Venedig. Dabei streifen wir die den Touristen eher unbekannte Seite der Stadt, vorbei am Arsenal …
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… und Hafenanlagen.
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Dann wird es wieder schön romantisch:
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Den kleinen Weißen haben wir uns heute redlich verdient

Den kleinen Weißen haben wir uns heute redlich verdient


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Freitag
Unser Rückflug geht erst abends und wir haben nochmal großes Glück mit dem Wetter. Mit dem Vaporetto fahren wir hoch zum Piazzale Roma, wo wir unser Busticket zum Flughafen Treviso kaufen. Es geht vorbei am Hotel „Monaco & Grand Canal“, in dem wir – direkt am Canal Grande – während unseres ersten Aufenthaltes gewohnt haben …
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… und dann fahren wir zurück, um noch ein bisschen durch das Stadtviertel Dorsoduro zu streifen:
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Alles Fake :-)

Alles Fake :-)


Dann ein letzter Aperol Spritz …
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… ein letztes Mal über den von der Sonne beschienenen Markusplatz …
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… ins Hotel, Koffer holen, mit dem Vaporetto zum Piazzale Roma fahren, in den Bus nach Treviso steigen, dann in den verspäteten Flug nach Frankfurt, Auto abholen, durch Regen und Schnee nach Hause fahren.
Schön war’s!!!