Kaum aus Florenz zurück, starten wir unseren nächsten Städte-Trip. Wir haben gesehen, dass es am Donnerstag und Freitag in Trier wunderschön blauen Himmel geben würde und haben im Hotel Park Plaza ein Zimmer für drei Nächte reservieren lassen. Mittwoch Vormittag starten wir in Richtung Westen.

Mittwoch, 16.03.
Nach einer flotten Fahrt (400 km) erreichen wir Trier und finden dank Navi auch problemlos den Weg in unser Hotel. Das Park Plaza ist ziemlich neu, der Empfang an der Rezeption ist professionell und unser Zimmer ist picobello sauber und gefällt uns sehr gut.

Hotel Park Plaza - unser Zimmer
Hotel Park Plaza – unser Zimmer

In einer Vitrine im Zimmer bekommen wir schon mal einen Blick auf das Weinschiff von Neumagen, das wir am Freitag im Rheinischen Landesmuseum im Original bewundern werden.

Hotel Park Plaza - in unserem Zimmer
Hotel Park Plaza – in unserem Zimmer

Heute Nachmittag lädt das Wetter noch nicht zu einer längeren Besichtigungstour ein; bei einer Temperatur von 5 Grad Celsius weht ein heftiger Wind. Aber wir sind natürlich neugierig und wollen einen ersten kurzen Blick auf die Stadt werfen. Das Hotel ist supergünstig gelegen. Vorbei am Frankenturm, einem Wohnturm aus dem 11. Jahrhundert …

Frankenturm
Frankenturm

… erreichen wir nach wenigen Metern den Hauptmarkt (weitere Fotos weiter hinten im Blog).

Hauptmarkt - Petrusbrunnen (Ausschnitt)
Hauptmarkt – Petrusbrunnen (Ausschnitt)

Wir gehen ein kleines Stück weiter und flüchten uns vor dem kalten Wind in den Dom und die mit ihm verbundene Liebfrauenkirche. Beide Bauwerke beeindrucken uns sehr. Bezaubernd ist das Innere der Liebfrauenkirche. Alles wirkt sehr leicht und luftig und das von den Fenstern gefärbte Sonnenlicht schafft eine märchenhafte Atmosphäre.

Liebfrauenkirche
Liebfrauenkirche

Nun wollen wir noch einen ersten Blick auf die Porta Nigra werfen, das wohl berühmteste Überbleibsel aus der Zeit der Römer. Beeindruckend!

Porta Nigra - Südseite
Porta Nigra – Südseite
Porta Nigra - Nordseite
Porta Nigra – Nordseite

Bevor uns der Wind den Kopf wegbläst, wie es wohl dem Radfahrer auf dem folgenden Foto passiert ist …

DSC00643 Trier 2016 - Trier

… kehren wir ins Hotel zurück – vorbei am Dreikönigenhaus:

Dreikönigenhaus
Dreikönigenhaus

Wir haben keine Lust, uns abends noch auf die Suche nach einem Restaurant zu begeben und gehen zum Essen in das hoteleigene Restaurant Plaza Grill. Das hat sich auf Steaks spezialisiert. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Essen, haben einen sympathischen und kompetenten Ober und wir erleben eine Überraschung: Der Rotwein, den wir ausgesucht haben, schmeckt hervorragend; der kann sich durchaus mit den guten Pinot Noir aus dem Burgund messen. Es handelt sich um einen „Brauneberger Mandelgraben“ (Pinot Noir von Markus Molitor). Wow, daran könnte man sich gewöhnen. Vielleicht sollte man sich doch mal mit den Weinen von der Mosel beschäftigen …?

Donnerstag, 17.03.
Wir haben heute viel vor. Wie schön ist es da, dass uns das Frühstücksbuffet den Einstieg in diesen Tag so leicht macht. Die Auswahl an Speisen und Getränken ist groß, das Personal ist super aufmerksam, und man fragt uns doch tatsächlich, ob man denn noch ein Glas Sekt bringen dürfe. Ich sage da jetzt nichts, aber etwas später starten wir gut gelaunt zu einer doch recht anstrengenden Besichtigungs-Tour.

Über den Kornmarkt mit seinem Sankt-Georgs-Brunnen …

Kornmarkt - Sankt-Georgs-Brunnen
Kornmarkt – Sankt-Georgs-Brunnen

… geht es zur mächtigen Konstantin-Basilika.

Konstantin-Basilika
Konstantin-Basilika
Konstantin-Basilika
Konstantin-Basilika

Wenn man auf den von mir eingefügten Wikipedia-Link zur Konstantin-Basilika klickt, kann man beispielhaft erkennen, welche bauliche Umgestaltung die ursprünglich römischen Gebäude im Lauf der Geschichte erfahren haben. Die Porta Nigra hat sich nur in diesem tollen Zustand erhalten, weil darauf eine Kirche gebaut wurde (wurde später wieder abgerissen), der Dom steht auf einem römischen Gebäude, dem Amphitheater hat man zwar seine steinernen Ränge geklaut, aber diese wurden zwischenzeitlich als Weinberg genutzt, und, und, und … Alle anderen Gebäude der Römerzeit wurden gerne als Steinbruch genutzt. So etwas käme uns heute nicht mehr in den Sinn – vielleicht aber taugen die eher neuzeitlichen Baumaterialien auch leider nur nur noch zum Sondermüll; Stichwort „Asbest“.

Gleich hinter der Konstantin-Basilika steht das Kurfürstliche Palais. Beide Gebäude mussten unter dieser baulichen Aneinandergestaltung leiden. Dem Schloss fehlt ein Flügel und auch die Basilika musste Federn lassen. Hier ein Ausschnitt aus dem äußerst interessanten Wikipedia-Artikel, den ich unter „Konstantin-Basilika“ verlinkt habe:

Die Forderung des Königs für den Wiederaufbau war, die Basilika in ihrer ursprünglichen Größe und Stilreinheit wiederherzustellen. Bei der Planung wurde der römische Bestand aufgenommen; durch Grabungen und Sondierungen wurden römische Bauteile entdeckt und erforscht. Diskussionspunkte beim Wiederaufbau waren unter anderem:

  • wie mit der mittelalterlichen Bausubstanz, insbesondere den Einbauten, dem Zinnenkranz und den Ecktürmen zu verfahren sei,
  • ob der in weiten Teilen erhaltene römische Außenputz erhalten werden soll,
  • ob und falls ja, wie weit der Rokoko-Südflügel des Kurfürstlichen Palais abgerissen werden soll, um die Südmauer der Basilika wieder freizulegen,
  • ob und falls ja, wo ein Glockenturm errichtet werden soll.[25]


Schließlich wurden der Außenbau auf die römische Substanz zurückgebaut, der mittelalterliche Zinnenkranz entfernt und fehlende Teile der Außenmauern ergänzt. Obwohl der römische Putz noch auf beachtlichen Flächen erhalten war, schlug man ihn größtenteils ab und reduzierte die Außenhaut auf die vor allem in der Abendsonne rot leuchtenden Backsteine. Die originalen römischen Außenmalereien sind lediglich an neun von vierzehn Fensterachsen der unteren Rundbogenreihe auf der West- und der Nordfassade erhalten. Darüber hinaus sind an der Nordfassade noch 65 m² römische Putzflächen mit vereinzelten Farbresten vorhanden.[26][27] Ein Problem stellte die Südfassade dar, da ihr der Südflügel des Kurfürstlichen Palais vorgebaut war. Ursprünglich waren auch eine Vorhalle und ein Turm für die Basilika vorgesehen. Entsprechende Entwürfe sind unter anderem von Carl Schnitzler (von 1850) und von Landesbaumeister Helbig (von 1876) erhalten. Die Südfassade ganz freizulegen, hätte auch die Zerstörung des damals schon geschätzten barocken Treppenhauses zur Folge gehabt. Nach langen Diskussionen und verschiedenen Entwürfen, bei denen auch die Versetzung des Treppenhauses in Erwägung gezogen wurde, wurden letztlich als Kompromiss die westlichen drei Joche des Südflügels der Residenz abgetragen und damit etwa ein Drittel der Südfassade der Basilika bis zum Boden freigelegt. Die definitive Entscheidung gegen eine Vorhalle – und damit verbunden auch gegen einen Turm – fällte das Militär durch den Beschluss, den Rokokoflügel des Schlosses in ein Offizierskasino umzuwandeln.

Kurfürstliches Palais, links dahinter die Konstantin-Basilika
Kurfürstliches Palais, links dahinter die Konstantin-Basilika
Kurfürstliches Palais, links dahinter die Konstantin-Basilika
Kurfürstliches Palais, links dahinter die Konstantin-Basilika

Ja, und dann sehen wir eins der Stadttore der im Mittelalter errichteten Stadtmauer. Die war – nachdem Trier im Mittelalter viel weniger Einwohner hatte als zur Römerzeit – natürlich entsprechend geschrumpft, und die Tore gleich mit. Nun vergleiche man aber mal die römische Porta Nigra mal mit diesem jämmerlichen Tor. Da musste man sich schon ganz schön ducken …

Tor der mittelalterlichen Stadtmauer
Tor der mittelalterlichen Stadtmauer

Hier ein Frühlingsgruß …

DSC00851 Trier 2016 - Trier

… bevor wir die Kaiser-Thermen besichtigen. Trier hatte drei Thermen-Anlagen. Am besten erhalten sind die Kaiser-Thermen.

Kaiser-Thermen - im Untergrund
Kaiser-Thermen – im Untergrund
Kaiser-Thermen
Kaiser-Thermen

Nun überqueren wir den Trierer Alleen-Ring und steigen hoch zum ehemaligen römischen Amphitheater. Die Ränge waren im Mittelalter als Steinbruch missbraucht worden, aber die Anlage ist in ihrer ursprünglichen Form noch vorhanden. Auch der Keller unter der ovalen Kampffläche ist noch erhalten und man kann ihn auch betreten.

Amphitheater - Keller
Amphitheater – Keller
Amphitheater
Amphitheater

Nun warten die Barbara-Thermen auf unseren Besuch. Hier handelt es sich um die zweitgrößte Thermen-Anlage der römischen Reichs. Viel ist nicht mehr davon zu sehen, der größere Teil ist mit Gebäuden aus neuerer Zeit überbaut. Man kann das freigelegte Gelände über einen Metallsteg begehen. Die Hinweistafeln sind wirklich toll gemacht. Die Informationen sind in vier Sprachen abgefasst, dazu in einer Version für Kinder und in einer Version in „Leichter Sprache„, siehe folgendes Foto.

Barbara-Thermen - Leichte Sprache
Barbara-Thermen – Leichte Sprache
Barbara-Thermen
Barbara-Thermen

Dann treffen wir auf die Mosel und dort auf ein weiteres Bauwerk aus römischen Zeiten. Zumindest die Pfeiler der Römischen Brücke stammen aus der Römerzeit, sie wurden um 150 n. Chr. errichtet.

Römer-Brücke
Römer-Brücke

Moselabwärts laufen wir vorbei an den beiden alten Kranen – hier einer davon – …

Alter Kran an der Mosel
Alter Kran an der Mosel
So sah es hier früher aus - Foto aus dem Rheinischen Landesmuseum
So sah es hier früher aus – Foto aus dem Rheinischen Landesmuseum

… und durch einige weniger belebte Stadtviertel, die uns vor allem durch ihre Farbspiele unterhalten …

Wer ist hier blauer?
Wer ist hier blauer?
Hier hat sich wohl das Fahrrad farblich dem Türbereich angepasst
Hier hat sich wohl das Fahrrad farblich dem Türbereich angepasst

… zurück in das Stadtzentrum, wo wir uns in Sichtweite zur Porta Nigra etwas stärken.

DSC01122 Trier 2016 - Trier - Porta Nigra

Dann machen wir uns an die Besichtigung dieses fast 2.000 Jahre alten römischen Stadttores. Gigantisch!!! Wie schon erwähnt, konnte das Tor wohl nur deshalb überleben, weil man in früheren Zeiten eine Kirche darauf gesetzt hat. Ich habe mich gefragt, wie das wohl ausgesehen hat. Dann habe ich ein Foto eines Gemäldes gesehen, mit der aufgesetzten Kirche, und später auch ein Modell im Rheinischen Landesmuseum Trier. Ein Foto dieses Modells zeige ich vorab. Auf so eine Idee muss man erstmal kommen: Eine Kirche auf ein römisches Stadttor zu setzen …

Porta Nigra
Porta Nigra
In der Porta Nigra
In der Porta Nigra
In der Porta Nigra
In der Porta Nigra
Porta Nigra - Blick auf Dom und Fußgängezone
Porta Nigra – Blick auf Dom und Fußgängezone
Porta Nigra mit aufgesetzter Kirche - Modell im Rheinischen Landesmuseum
Porta Nigra mit aufgesetzter Kirche – Modell im Rheinischen Landesmuseum

Auf dem Heimweg zum Hotel sehen wir den Hauptmarkt und den Dom und die Liebfrauenkirche in einem weicheren Licht als am gestrigen Nachmittag.

Hauptmarkt - rechts das Haus "Die Steipe" mit davor dem Marktkreuz, links der Turm von St. Gangolf
Hauptmarkt – rechts das Haus „Die Steipe“ mit davor dem Marktkreuz, links der Turm von St. Gangolf
Hauptmarkt - links die "Steipe", rechts der Petrusbrunnen
Hauptmarkt – links die „Steipe“, rechts der Petrusbrunnen
Hauptmarkt - man strebt dem Frühling entgegen
Hauptmarkt – man strebt dem Frühling entgegen
Dom und Liebfrauenkirche
Dom und Liebfrauenkirche

Zum Abendessen gehen wir etwas später in das Restaurant „Zur Glocke“. Gut gegessen und getrunken, da reservieren wir uns doch gleich einen Tisch für den Freitag.

Freitag, 18.03.
Und wieder lacht die Sonne von einem strahlend blauen Himmel. Wie schön ist es, wenn man sich sein Reisedatum nach dem Wetter aussuchen kann. Nach einem feinen Frühstück beginnen wir unseren zweiten Besichtigungstag. Wir haben heute weniger Wegstrecke vor uns, dafür aber unter anderem ein reich ausgestattetes Museum.

Wir beginnen mit den Thermen am Viehmarkt. Diese Thermenanlage wurde entdeckt, als man hier eine Tiefgarage bauen wollte. Ein Teil wird heute durch einen Glas-Quader geschützt, ein noch größerer Teil liegt unter dem Plaster des Viehmarktplatzes und ist über den Quader von unten her zugänglich.

Markt auf dem Viehmarkt-Platz, im Hintergrund die Kirche St. Antonius
Markt auf dem Viehmarkt-Platz, im Hintergrund die Kirche St. Antonius
Viehmarktplatz mit dem Thermenmuseum
Viehmarktplatz mit dem Thermenmuseum

Welcher Innenarchitekt hat wohl diese Garderobe konzipiert? 🙂

Viehmarkt-Thermen - Garderobe
Viehmarkt-Thermen – Garderobe
Viehmarkt-Thermen
Viehmarkt-Thermen

Hier ein Schnitt durch den Boden einer großen Beckenanlage:

Viehmarkt-Thermen
Viehmarkt-Thermen
Viehmarkt-Thermen unter dem Viehmarktplatz
Viehmarkt-Thermen unter dem Viehmarktplatz

Um die Mittagszeit genießen wir die Sonne und das Treiben auf dem Viehmarktplatz in einem der vielen Straßencafés. Dann begeben wir uns auf den Weg zum Rheinischen Landesmuseum Trier.

Die Stimmung in der Stadt ist gut, nach dem langen Winter genießen die Menschen den Sonnenschein.

DSC01457 Trier 2016 - Trier

Das Museum fasziniert uns zum einen durch seine phantastischen Ausstellungsstücke und zum anderen durch seine kluge Darstellung der Gegenstände. An der Didaktik sollten sich andere Museen ein Beispiel nehmen. Eigentlich könnte man einen ganzen Tag in dieser wundervollen Sammlung verbringen. Hier einige Eindrücke:

Rheinisches Landesmuseum Trier - Mosaiken
Rheinisches Landesmuseum Trier – Mosaiken
Rheinisches Landesmuseum Trier - Modell des römischen Trier
Rheinisches Landesmuseum Trier – Modell des römischen Trier
Rheinisches Landesmuseum Trier - Trierer Goldmünzenschatz
Rheinisches Landesmuseum Trier – Trierer Goldmünzenschatz
Rheinisches Landesmuseum Trier - Neumagener Weinschiff
Rheinisches Landesmuseum Trier – Neumagener Weinschiff
Rheinisches Landesmuseum Trier
Rheinisches Landesmuseum Trier

Nach dem Besuch des Museums sind wir rechtschaffen müde und relaxen im Hotelzimmer bevor wir ein zweites Mal sehr gut im Restaurant „Zur Glocke“ zu Abend essen. Kann man empfehlen. Da ich es mir mit einigen meiner Freunde / Bekannten nicht verderben möchte, erzähle ich hier nicht, was ich gegessen habe … Aber lecker war es.

Anschließend noch ein kurzer Rundgang; ich möchte noch ein paar Aufnahmen vom nächtlichen Trier machen:

Porta Nigra
Porta Nigra
Hauptmarkt
Hauptmarkt

Samstag, 19.03.
Nach einem letzten guten Frühstück in diesem sehr empfehlenswerten Hotel machen wir uns auf den Weg zur Römischen Villa Otrang in der Nähe von Bitburg. Nun ja, eigentlich haben wir uns etwas mehr versprochen. Nach den tollen Eindrücken, die wir in Trier bekommen haben, hat uns das Ziel unseres Umwegs eher enttäuscht. Hier wurden einige Schutzhäuser über den Überresten einer römischen Landvilla errichtet. Uns hat auch sehr gewundert, dass sich damals jemand in dieser so entfernt liegenden Gegend niedergelassen hat. Hier noch einige Eindrücke.

Römische Villa Otrang
Römische Villa Otrang
Römische Villa Otrang
Römische Villa Otrang
Römische Villa Otrang
Römische Villa Otrang

Also, die Villa Otrang muss nicht unbedingt sein, aber Trier, die älteste Stadt Deutschlands: Ein absolutes Muss. Das ist eine durch und durch sympathische Stadt, die auch ohne die berühmten Denkmäler aus der römischen Zeit einen Besuch wert wäre.

2 thoughts on “Trier – 16.03.-19.03.2016

  1. Wie immer ein spannender Beitrag, der Lust auf Koffer packen und hinfahren macht. 😉

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